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Emil Krebs, Ausschnitt aus einer Ausstellungstafel, © Miejska Biblioteka Publiczna w Świdnicy 

Emil Krebs. An den Grenzen der Genialität.

Ausstellung vom 2. bis 29. Mai 2019
Annenkapelle Görlitz, Annengasse/Steinstraße
Eröffnung am Donnerstag, 2. Mai 2019, 15 Uhr

Im Jahr 1922 versicherte Emil Krebs handschriftlich seinem Dienstherrn, dem Auswärtigen Amt, dass er von 34 Sprachen „korrekte Übersetzungen ins Deutsche liefern“ könne. Davor stand der Jurist und Sinologe fast ein Vierteljahrhundert seines Lebens im Dienst der Kaiserlichen Gesandtschaft in China, wo er sich den Ruf einer hervorragenden Autorität für chinesische Sprache und chinesisches Recht erwarb. Als „eine polyglotte Berühmtheit“ mit Kontakten bis in das chinesische Kaiserhaus bezeichnete ihn der damalige Botschafter, Otto von Hentig, in seinen Erinnerungen. Nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen dem deutschen Kaiserreich und China kehrte Krebs 1917 nach Berlin zurück und arbeitete als Übersetzer im Sprachendienst des Auswärtigen Amtes. „Krebs ersetzt uns 30 Außendienstmitarbeiter!“, erklärte sein damaliger Leiter Paul Gautier.

Bis heute gilt der aus Niederschlesien stammende Emil Krebs (1867–1930) als eines der größten Sprachwunder der Menschheitsgeschichte. Er beherrschte über 60 Sprachen und Dialekte, seine Bibliothek umfasste Bücher in über 100 Sprachen. Mit seiner Sprachgenialität beeindruckte er die Zeitgenossen so sehr, dass ihm nach seinem Tod das Gehirn zu Forschungszwecken entnommen und mehrmals untersucht wurde.

Die deutsch-polnische Ausstellung wurde von Eckhard Hoffmann, dem Großneffen von Emil Krebs, und der Miejska Biblioteka Publiczna w Świdnicy (Stadtbibliothek Schweidnitz) mit Unterstützung des Sprachendienstleiters des Auswärtigen Amtes Gunnar Hille und des Historikers Sobiesław Nowotny erarbeitet. Eckhard Hoffmann und Gunnar Hille sind bei der Eröffnung dabei.

Die Ausstellung wird vom Kulturreferat für Schlesien am Schlesischen Museum in Kooperation mit dem Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz in der Annenkapelle vom 2. bis 29. Mai 2019 präsentiert. Das Begleitprogramm zur Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Volkshochschule Görlitz und dem Förderverein des Augustum-Annen-Gymnasiums.

Öffnungszeiten: täglich von 12 bis 18 Uhr, Eintritt frei.