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Nachrichten aus dem Schlesischen Museum

 

Am 1. September 2017 wurde im Schlesischen Museum die Sonderausstellung "Achtung Zug! 175 Jahre Eisenbahn in Schlesien" eröffnet, die über ein Jahr zu sehen sein wird und durch Sonderpräsentationen ergänzt wird. 
Am 15.10.2017 wird die erste davon eröffnet:

Die Bobertalbahn - Mit der Eisenbahn von Hirschberg nach Löwenberg
Weitere Informationen hier


Herbstferien im Museum 
Dienstag, 3. Oktober, 14 Uhr
und
Donnerstag, 5. Oktober, 14 Uhr

Über Stock und Stein - Was die Eisenbahn alles kann!Bei einem interaktiven Rundgang durch die Sonderausstellung „Achtung Zug!“ begegnen die Kinder (zwischen 6 und 12 Jahren) zunächst einigen technischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts. Damit der Ausstellungsbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, können die Kinder ein Abteil eines preußischen Waggons begehen und das maßstabsgetreue Modell der Görlitzer Bahnhofsanlage näher bestaunen. Zum Ausklang versuchen sie sich selbst im Bau eines kleinen Streckennetzes und lassen gemeinsam eine Lok fahren.

Kosten: 2 € pro Kind

Mittwoch, 4.10., 15 Uhr Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch
Geschichten von der Eisenbahn Ob Kinderbücher, Abenteuergeschichten oder Krimis – viele Werke von Schriftstellern und Filmregisseuren leben von der Faszination der Eisenbahn. Zum Kaffeenachmittag stellen Dr. Martina Pietsch und Michalina Cieslicki eine Auswahl vor.  - Eintritt: 10 Euro (inkl. Kaffee und Kuchen) - Reservierung: +49 3581 87910,  kontakt(at)schlesisches-museum.de

Sonntag, 15. Oktober, 10-18 Uhr
Großer Bahnhof! Aktionstag zur Ausstellung „Achtung Zug!“
An diesem Tag wird für Eisenbahnfreunde jeden Alters etwas geboten! Wir laden zu Führungen durch die Eisenbahn-Ausstellung ein. Hier steht auch Ingo Wobst, der Erbauer des großen Modells der Görlitzer Bahnanlagen, für Erläuterungen bereit. Um 11 Uhr wird die Sonderpräsentation mit historischen Fotos vom Bau der Bobertalbahn 1906-1909 eröffnet. Jüngere Gäste können sich selbst als Eisenbahner ausprobieren. Wer sein Wissen über die Eisenbahn testen und dabei etwas gewinnen möchte, sollte sich am Quiz beteiligen. In Filmvorführungen kann man erfahren, was „Der Fliegende Hamburger“ ist, welche Geschichte der Görlitzer Bahnhof hat oder mit Jim Knopf und Lokomotivführer Lukas auf Abenteuerreise gehen. 

Über die kommenden Exkursionen informieren wir in diesem Newsletter.  

 

Gesellschaftsspiel Schlesische Bahnreise / Podróż koleją po Śląsku

Vor 175 Jahren begann der Eisenbahnverkehr in Schlesien. Am 21. Mai 1842 befuhren Reisende mit der Dampfeisenbahn erstmals nach Fahrplan eine schlesische Teilstrecke. Dieser erste Abschnitt der Oberschlesischen Eisenbahn von Breslau (heute Wrocław) nach Ohlau (heute Oława) steht am Beginn eines weitverzweigten Streckennetzes in der preußischen Provinz Schlesien.
Lernen Sie die spannende Welt der Eisenbahnstrecken Nieder- und Oberschlesiens spielerisch kennen. Begeben Sie sich auf Reisen in dieser heute zu Deutschland, Polen und Tschechien gehörigen Region im Herzen Europas. Handeln Sie wie ein Eisenbahnbetreiber, führen Sie Ihre Züge möglichst schnell und sicher über die Strecken, von einer Bahnstation zur nächsten!
Ziel des Spiels ist es, die eigenen vier Züge vom Betriebswerk aus einmal durch Schlesien zu schicken und sie dabei am Ende wieder sicher im Heimatbahnhof zu vereinen. Doch ist diese Rundreise nicht frei von Hindernissen und Gefahren. Andere Bahngesellschaften sind auf den gleichen Strecken unterwegs, blockieren die Weiterfahrt, übernehmen Ihre Reisenden oder zwingen aus anderen Anlässen zum Neuanfang. Das Schienennetz weist versteckte Tücken auf: Die Würfelzahl entscheidet an den Abzweigungen über die direkte Route oder eine längere Nebenstrecke, die Ereignisfeldern warten mit besonderen Geschehnissen aus der Eisenbahngeschichte Schlesiens auf!

Herausgegeben vom Kulturreferenten für Oberschlesien und dem Oberschlesischen Landesmuseum, Ratingen 2017 (Erscheint voraussichtlich im Oktober 20

Paul Philippi und Jaroslav Ostrčilík. Foto Wikipedia 

Georg-Dehio-Preis 2017

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa e.V. in Potsdam hat dieses Jahr bereits zum achten Mal den Georg Dehio-Kulturpreis vergeben. Der Hauptpreis  2017 ging an Prof. Paul Philippi aus Hermannstadt (Sibiu) in Rumänien für die Wahrung des wissenschaftlichen und kulturellen Erbes der Siebenbürger Sachsen sowie seine Verdienste als deutscher Minderheitenpolitiker im Rumänien der Nachwendezeit. Mit dem Förderpreis wird Jaroslav Ostrčilík aus Brünn (Brno) für sein langjähriges Engagement in der Vermittlung der jüngeren Geschichte der einst multiethnischen mährischen Stadt Brünn, insbesondere für den in Erinnerung an den Brünner Todesmarsch 1945 inszenierten jährlichen Gedenkmarsch ausgezeichnet.

Mit dieser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien dotierten Auszeichnung ehrt das Kulturforum besondere Leistungen in der Erforschung, Bewahrung und Präsentation von Zeugnissen des gemeinsamen kulturellen Erbes in jenen Regionen des mittel- und östlichen Europa, in denen im Laufe der Geschichte Deutsche gelebt haben, sowie herausragendes Engagement für interkulturellen Dialog.

Prof. Dr. Dieter Bingen und Lech Wałęsa. Foto: http://www.deutsches-polen-institut.de 

Dankbarkeits-Medaille 2017

Der Direktor des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt Prof. Dr. Dieter Bingen wurde am 29. August in Danzig mit der Dankbarkeits-Medaille des Europäischen Solidarność-Zentrums (ECS) geehrt. Die Medaille wurde ihm von dem ehemaligen Solidarność-Vorsitzenden und ersten frei gewählten polnischen Präsidenten nach dem Zweiten Weltkrieg, Lech Wałęsa, überreicht. Das ECS zeichnet mit der Medaille Ausländer aus, die Polen in seinem schweren Kampf um die Freiheit und Demokratie beistanden. Der Sieg der Solidarność wäre ohne die Hilfe vieler Menschen guten Willens aus der ganzen Welt deutlich schwieriger gewesen. Diese haben in den 1980er-Jahren die Komitees gegründet, die die Solidarność und die demokratische Opposition in Polen unterstützten. Aus der ganzen Welt erreichten Polen damals öffentliche Unterstützungsgesten und karitative Hilfe. Quelle: deutsches-polen-institut.de

 

 

Neue Stiftung in Niederschlesien

Silesia Nova heißt eine neue Stiftung mit Sitz im Kreis Jauer (Jawór), die der Breslauer Germanistikprofessor Edward Białek gegründet hat und die sich zum Ziele setzt, das schlesische Kulturerbe zu pflegen. Die Schwerpunkten liegen bei alter und neuer schlesischer Literatur und der Gründung einer schlesischen Bilblio- und Mediothek. Das regionale Bewusstsein der heutigen Bewohner von Nieder- und Oberschlesien soll gestärkt werden, die Förderung von Sanierungsarbeiten, Begabtenförderung von Kindern und Nachwuchswissenschaftlern. Auf dem Veranstaltungsprogramm der Stiftung stehen: Tagungen, Vorträge, Workshops für angehende Übersetzer, Schülerwettbewerbe, Deutschkurse genauso wie Stipendien für hochbegabte Kinder in Musik, bildenden Künsten oder Sport und ein Preis der Stiftung Silesia Nova für junge Wissenschaftler. Der Sitz der Stiftung ist in Groß Wandriß, Skała 3, PL 59-430 Wądroże Wielkie. E-Mail: ebialek@atut.ig.pl; Tel. +48 536 555 350, +48 601 276 127

 

 

 

Jüdische Kulturtage in Dzierżoniów/Reichenbach -
Interviewpartner gesucht

Am 22. und 23. September wurde in der Synagoge Rutika, die jetzt ein Kulturzentrum ist, an die Reichenbacher Juden vor und nach 1938 erinnert. Im Rahmen der Veranstaltung konnte man bei einer Verkostung israelischen, koscheren Weines und bei Musik und Tanzdarbietungen das jüdische Neujahr 5778 feiern. Vorträge zum Thema „Juden im Eulengebirge“ oder über das „142. Jubiläum der Synagoge aus künstlerischer Sicht“ standen ebenso auf dem Programm, wie Führungen durch die Rutika-Syngoge und Vorträge über das jüdische Leben in Reichenbach vor dem Krieg, eine Ausstellung über das Vorkriegsleben der Juden in Breslau und in Niederschlesien. Ein Konzert der Gruppe Klezmerado beendet die Jüdischen Kulturtage in Reichenbach.
Ruth Geall und Susanne Hakuba aus London stellten ihr Oral-History-Projekt vor zur Geschichte Reichenbachs und Dzierzoniows im 20. Jahrhundert. Sie suchen Interviewpartner, die eigene Erinnerungen an das Zusammenleben der verschiedenen religiösen und nationalen Gruppen in der Stadt haben. Die Koordination liegt vor Ort bei Frau Aneta Blaszczuk, Lehrerin am Zespół Szkół Nr. 1 im. Prof. Wilhelma Rotkiweicza.  www.zsr.dzierzoniow.pl

Veranstalter der jährlichen Jüdischen Kulturtage sind die Stiftung Beteinu-Chej und die Sozial-Kulturelle Jüdische Gesellschaft (TSKZ).

Mikołaj Grynberg 

Bücher der Erinnerung

Das Gleiwitzer Museum „Haus der Erinnerung oberschlesischer Juden” organisiert am 27. September 2017 um 18:00 Uhr im Rahmen der Reihe „Bücher der Erinnerung“ eine Begegnung mit dem Autoren und Fotografen Mikołaj Grynberg. In seinem neusten Buch „Ich klage Auschwitz an. Familiengeschichten“ lässt er Holocaust-Überlebende zu Wort kommen für die auch nach 70 Jahren das Trauma nicht zu Ende ist. Haus der Erinnerung oberschlesischer Juden in Gleiwitz, ul. Księcia Józefa Poniatowskiego 14. Die Begegnung ist in polnischer Sprache.

 

V.l.n.r.: Franek (Julian Świeżewski), Anna (Zofia Wichłacz) und Erwin (Jakub Gierszał) 

Film Zgoda – Liebe im Lager

1945 in Oberschlesien. Die neue, kommunistische Verwaltung richtet in Schwientochlowitz im ehemaligen Außenlager von Auschwitz-Birkenau ein Arbeitslager für Oberschlesier – Deutsche und Polen – ein. Der polnische Sicherheitsdienst will so das Land von angeblichen Verrätern säubern und nimmt es als Vorwand sich auch der zu entledige, die dem Kommunismus abgeneigt gegenüber stehen. Franek meldet sich zum Dienst, um so seine Geliebte, Anna, zu retten. Im Lager wird sein Freund Erwin, ein Deutscher, festgehalten, der ebenfalls in Anna verliebt ist. Franek schließt sich den Kommunisten an, er hofft, dass er so das „System“ überlisten kann. Bald schon wird ihm klar, dass er für die Freiheit seiner Anna alles wird opfern müssen. Regisseur Maciej Sobieszczański widmet sich in seinem Filmdebüt dem schwierigen Kapitel der polnischen Internierungs-, Übergangs- und Arbeitslager für deutsche Oberschlesier. „Zgoda“ erntet noch vor dem Kinostart, der für den 13. Oktober geplant ist, Annerkennung. Der Film wurde mit dem ersten Preis für Regie im Internationalen Filmfestival  Montréal 2017 ausgezeichnet.

Foto: Die evangelische Friedhofskapelle in Reichenau/Bogatynia, die am Samstag feierlich in „Evangelische Auferstehungskirche“ umbenannt wird.  

Festakt zu 500 Jahre Reformationsgedenken auf dem evangelischen Friedhof in Reichenau/Bogatynia 

Am 30. September 2017 begeht die evangelisch-augsburgische Gemeinde Lauban/Lubań gemeinsam mit ihren Partnern aus Sachsen und Deutschland das Reformationsjubiläum 1517-2017 in ihrer Fililalgemeinde Reichenau/Bogatynia. Aus diesem Anlass soll die sanierte Kapelle auf dem evangelischen Friedhof umbenannt werden in „Evangelische Auferstehungskirche“.  
Bogatynia gehört heute zur Wojewodschaft Niederschlesien.  Es hat sich eine kleine evangelische Gemeinde erhalten, die zunächst durch die verbliebenen Deutschen getragen wurde. Die Gemeinde wurde über die Jahrzehnte durch Pfarrer der polnischen evangelisch-augsburgischen Kirche aus Bad Warmbrunn (Cieplice) betreut, bis im Jahr 2005 in Lauban eine eigene Pfarrstelle eingerichtet wurde und seitdem Reichenau kirchlich zu Lauban gehört. In den letzten Jahren gelang es der Gemeinde, ihr Gotteshaus, die ursprüngliche Friedhofskapelle, mit Hilfe verschiedener Stifter und Spender aus Deutschland zu sanieren. Zum Dank soll jetzt eine Gedenktafel mit dem neuen Namen „Evangelische Auferstehungskirche“ angebracht und eingeweiht werden. Die feierliche Namensgebung nimmt der Bischof der Breslauer Diözese der Evangelisch-Augsburgischen Kirche, Waldemar Pytel, vor.
Das Kulturreferat für Schlesien ist Partner des Projektes und organisiert im Anschluss an den Festakt gemeinsam mit der Kirchengemeinde ein Seminar, bei dem die Besonderheiten der Reformation in der Oberlausitz und die Beziehungen zu Schlesien beleuchtet werden. Zu den Referenten zählen Prof. Jan Harasimowicz aus Breslau, Margrit Kempgen von der Kirchlichen Stiftung Evangelisches Schlesien in Görlitz und Cornelius Stempel, Historiker aus Zittau. Den Tag beschließt ein Ausflug nach Zittau in die Sonderausstellung im Franziskanerkloster „Ganz anders. Die Reformation in der Oberlausitz“.
Das Projekt wird im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gefördert durch den Freistaat Sachsen mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Foto: Urlich-Konracka 

Literarische Breslauführung
Wer gerne reist und Schauergeschichten mag, bekommt von Małgorzata Urlich-Kornacka beides geboten. Die Germanistin, Fremdenführerin und Autorin bietet Breslauführungen auf literarischen Spuren an.

Ein Beitrag von Klaudia Kandzia

Zu den beliebtesten zählt die Führung auf den Spuren der Kriminalromane des Bestsellerautoren Mark Krajewski (Tod in Breslau). Es sind gewiss keine herkömmlichen Stadtbesichtigungen, denn auf die Besucher wartet eine in schwarz gekleidete Dame mit Melone auf dem Kopf und alten Postkarten in der Hand. Ihre Führung beginnt Małgorzata Urlich-Kornacka im Greifenhaus am Ring 2. Dieses Bürgerhaus wählte auch Marek Krajewski als Handlungsort für seine Romanreihe. Im hinteren Teil des Hauses befand sich die Schuhmacherwerkstatt vom Schustermeister Rohmig. „Rohmig hielt den Gestank in seiner Werkstatt nicht mehr aus und schlug gegen die Wand. Der Putz bröckelte ab und hinter der Wand fand er eine eingemauerte Leiche…“, diese und ähnliche Geschichten erzählt Urlich-Kornacka im Keller des Greifenhauses, das heute ein Restaurant und Weinlokal ist. „Krajewski kann man entweder lieben oder hassen. Sein Hauptheld, Eberhard Mock, ist ein schwarzer Charakter. Er sucht gerne Bordells auf, trinkt viel, raucht viel und ist manchmal auch brutal. Aber er ist ein sehr guter Kriminalinspektor. Was mir an Krajewskis Romanen am besten gefällt, neben Eberhard Mock natürlich, ist sein zweiter Hauptheld: die Stadt Breslau, eine Stadt, die es heute so nicht mehr gibt“, berichtet Urlich-Kornacka. Dieses Breslau will die in Friedeberg/Isergebirge (Mirsk) geborenen Wahlbreslauerin den Besuchern vermitteln. „Diese einmalige Vorkriegsstadt, mit ihren Lokalen, was die Leute gegessen, getrunken haben, wo sie sich getroffen haben, all das beschreibt Krajewski ganz detailliert. So kann man sich ein Bild von der Stadt und den damaligen Einwohnern machen. Ich denke das ist das Beste an seinen Romanen“.Krajewskich Romane entdeckte die Germanistin eher durch Zufall, als sie vor einigen Jahren in eine Neubausiedlung im Südwesten Breslaus zog. Eines Tages begegnete sie dort einem Mann im Treppenhaus, der ihr bekannt vorkam. „Ich sagte zu meinem Mann, hör mal bei uns wohnt der Doppelgänger von Marek Krajewski, er könnte an einem Wettbewerb für Doppelgänger teilnehmen und er würde gewinnen. Wir haben gelacht, bis es sich herausstellte, dass es wirklich Krajewski war. Ich sagte mir, wenn ich schon so einen berühmten Nachbarn habe, dann muss ich unbedingt seine Krimis lesen. Sie haben mir so gut gefallen, denn ich konnte die Atmosphäre vom alten Breslau in seinen Büchern wiederfinden“, erinnert sich die Fremdenführerin, die längst auch schon eigene Publikationen herausgebracht hat. Man kann Breslau aus vielen Perspektiven zeigen, für Małgorzata Urlich-Kornacka ist die literarische Perspektive die schönste. „Man hat Breslau früher schon als die Stadt der deutschen ‚Poeterei’ bezeichnet, im 17. und 18. Jahrhundert. Aber auch jetzt haben wir hervorragende Dichter und Schriftsteller und ich glaube dies zu zeigen, also dieses Erbe der Stadt aus der Perspektive der Menschen, die hier gelebt und hier geschrieben haben, das ist für mich das Schönste. Denn man kann natürlich über Sehenswürdigkeiten erzählen aber, wenn man dazu ein Zitat nimmt, wenn man zeigt, wie es vorher ausgesehen hat, dann können sich die Besucher alles viel besser vorstellen“, so Urlich-Kornacka, die bei den Führungen neben Postkarten immer auch Nachdrucke alter Speisekarten verteilt und die Besucher an Orte Führt, wo sie sonst kaum hinkommen würden: auf das Dach des Hotels Monopol, zum Pater-Noster-Aufzug in der ehemaligen Sparkasse auf dem Ring oder auf den Turm der „Kathedrale des Kommerz“ – also des Warenpalastes der Gebrüder Barasch, heute Kaufhaus Feniks „Es ist immer sehr schön, wenn man nicht nur sieht was heute ist, sondern wenn man Quellen nimmt, die von Früher zeugen. Ich nutze gerne alte schlesische Zeitungen und gucke was damals in der Stadt passierte oder eben alte Postkarten, die ich sammele. So entsteht eine Fortsetzung der Geschichte, also man kann das ganze Bild einer Stadt nachempfinden“, so Reiseleiterin und Autorin von „Reiseführer durch Breslau“ und „Niederschlesien. Ihre zehn schönsten Ausflugsrouten“, erschienen im Via Nova Verlag sowie der Broschüre „Schauergeschichten aus Breslau“, erschienen im Verlag Via Wroclaw.

Kontakt:  malgorzata.wroclove(at)gmail.com